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Ferien und Semana Santa

Seit letzter Woche Freitag haben wir Ferien. Die erste Woche ist frei wegen der Semana Santa (=heilige Woche), der Osterwoche, die hier bei den Katholiken groß gefeiert wird, und eine zweite Woche haben wir auch noch frei, weil unsere Schule nett ist! ;-)

So fuhr ich dann letzte Woche von Montag bis Donnerstag mit drei Freunden aus meiner Klasse nach Quepos an den Pazifik, weil die Eltern von einem dort ein Hotel besitzen. Praktisch, weil wir deswegen nichts bezahlen mussten! Den ersten Tag verbrachten wir mit Ankommen, Sachen auspacken und Schwimmen im Pool. Am zweiten Tag ging es dann zu einem Wasserfall, beziehungsweise zwei. Einem kleineren und einem größeren. Das war für mich sehr beeindruckend, da es das erste Mal war, dass ich einen Wasserfall gesehen habe. :-) Wir verbrachten den ganzen Nachmittag dort und hatten viel Spaß, die Wasserfälle runterzuspringen oder in den dazwischenliegenden kleinen Seen zu baden.

Am dritten Tag ging es dann zum berühmt berüchtigten Strand nach Manuel Antonio, ein Touristenort, zehn Minuten von Quepos entfernt. Der Strand war sehr schön und die Wellen ziemlich hoch. Einmal wurden wir deswegen von dem Aufseher auch leider aus dem Wasser gerufen, weil es zu gefährlich war ... Den anliegenden Nationalpark von Manuel Antonio, in dem es Faultiere, Affen und noch weitere exotische Tierarten gibt, besuchten wir leider nicht, aber das nehme ich mir vor, wenn meine Eltern im Juni kommen. Dort kann man auch die populären Seilbahnfahrten durch den Dschungel machen, Schnorcheln, Kajaktouren oder eine Mangrovenfahrt, bei der man die Krokodile hautnah erleben kann.

 

Am Donnerstag ging es dann nach dem Mittagessen zurück, da am Freitag keine Busse fuhren (Karfreitag) und ich am Samstag zu meinem 16. Geburtstag gerne wieder zu Hause sein wollte. Am Donnerstag und am Karfreitag gibt es hier übrigens ganz strenge Regeln. So darf zum Beispiel kein Alkohol verkauft werden, und damit auch wirklich niemand auf die Idee kommt, werden im Supermarkt alle Alkoholregale mit Laken verhangen und zugeklebt. Dies erwies sich dann als ziemlich lustiger Anblick, wenn man mit seinem Wagen durch die Gänge schob und auf einmal auf meterlange weiße Tücher an den Regalen stieß. Außerdem soll man Donnerstag und Freitag auch nicht ausgehen, sondern die Tage mit seiner Familie verbringen.

Deswegen erlebte ich die Straßen San Josés zum ersten und wahrscheinlich auch letzten Mal leer. "Macht ja auch keinen Sinn, abends wegzugehen, wenn man eh kein Bier kaufen kann", lacht meine Gastmutter, als wir freitagabends vom Kino zurückfuhren, das merkwürdigerweise auf hatte. Samstagmorgen wurde ich dann mit einem leckeren Frühstück, Blumen und ein paar kleinen Geschenken empfangen, nachdem mir über Skype schon der größte Teil meiner Familie in Deutschland gratuliert hatte.

Mittags ging ich dann mit meiner Gastfamilie essen und abends kamen ein paar meiner Freunde, mit denen ich dann einen gemütlichen Abend verbrachte. Ostersonntag und -montag feierte ich hier mit meiner Familie eigentlich gar nicht, da sie auch nicht gläubig sind. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie da die einzigen aus Costa Rica sind, haha! :-D Die Kirchen waren so voll, dass die Leute draußen vor den Türen auf der Straße standen, die von den Autos komplett zugeparkt waren, und ständig kamen Straßenumzüge an unserem Haus vorbei.

Bei denen wurden dann Jesus und Maria als Statuen von Männern getragen, Nonnen und Priester sangen und schwenkten Räucherstäbchen, und dem ganzen Trupp folgten unglaubliche Menschenmassen. Ich sah mir das ganze vom Fenster aus an und war sehr beeindruckt! Sowas hatte ich in Deutschland auch noch nie gesehen! Jetzt hab ich leider nur noch eine Woche Ferien ... Mehr ist eigentlich nicht geplant, aber mal sehen was noch kommt!

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