Tranquilo, tranquilo...
Die letzten Wochen ist leider nichts spannendes passiert, wie man wohl erkennen konnte. Doch vergangenes Wochenende wurde der 10. Jahrgang von der Schule zur Sozialarbeit aufgefordert. Naja, eigentlich wurde es bestimmt, und wir mussten mitmachen! Auch so eine Eigenart … Die Schüler hier müssen im 10. und im 11. Jahrgang auch noch einmal jeweils 30 Sozialstunden leisten, um ihr Bachillerato -ihren Abschluss- zu bekommen. Wohingegen wir z.B. Sozialstunden bei einer Straftat aufgetragen bekommen!
Auf jeden Fall ging der ganze Spaß von Donnerstag bis Samstag (!). Jeden Morgen wurden wir mit dem Bus um 7.30 Uhr an der Schule abgeholt, dann ging es eine gute Stunde zu unserem bevorstehenden Ziel, einem Kinderheim. Aufgeteilt in drei Gruppen hatten wir verschiedene Arbeit zu tun. Die eine Gruppe hat das gesamte Gelände gesäubert und entmüllt. Die zweite Gruppe hat Mülleimer aufgestellt, diese und die Spielplätze bemalt.
Und die dritte Gruppe, in der ich mich befand, hat die "Turnhalle" komplett neu gestrichen. Dass es eine reine Aufräum-Gruppe gab, hat schon was heißen sollen, man kann sich vorstellen, wie es dort aussah, wenn man drei Tage beschäftigt sein konnte. Den Kindern wird wohl leider nicht beigebracht, dass man Müll nicht auf den Boden schmeißt. Deswegen wurden dann auch die Mülleimer draußen vor den Häusern "installiert". Es gab um die zehn Häuser, in dem jeweils um die zehn Kinder im Alter von einem halben Jahr bis 18 Jahren wohnen.
Am Donnerstag, und dann auch noch motiviert, machten wir uns also an die Arbeit. Nachdem wir die Halle entrümpelt hatten, mussten wir aber leider feststellen, dass die Schule so unorganisiert war und weder für Farbe, außer weiß, noch für eine ausreichende Anzahl an Pinseln, etc. gesorgt hatte. So konnten wir an unserem ersten Tag nichts weiter tun, als die Wände, an die wir rankamen, weiß zu malen. Leitern gab es nämlich auch keine. Am Freitag ging es dann, zum Glück endlich mit Farbe, immerhin dann mit einer etwas spärlichen Leiter, weiter. Auch ohne große Hilfe mussten wir zusehen, wie wir welche Wände, die teilweise bis zu vier Meter hoch waren, bemalen sollten.
Irgendwie ging es dann mit Tisch auf Tisch und Stuhl auf Stuhl ... Jeden Tag kehrten wir erst gegen 17h wieder zurück und waren dann ziemlich erschöpft und genervt, da wir uns im Allgemeinen die Arbeit nicht so hart vorgestellt hatten. Auch die Lehrer waren keine große Hilfe, zumindest bei der Malergruppe ließen sie sich nicht sooft blicken. Das konnte man daran erkennen, dass sie am Ende der Tage alle krebsrot waren, da sie die meiste Zeit draußen in der Sonne verbrachten.
Als wir uns dann nach einiger Zeit damit angefreundet hatten, auf uns alleine gestellt zu sein, hat es dann aber irgendwie doch noch Spaß gebracht, und ich glaube, dass uns die Kinder doch ziemlich dankbar waren! :-) Mal sehen, wie die Sozialarbeit im 2. Semester aussehen wird ... Weiter gibt es eigentlich nichts Neues zu berichten, außer den üblichen kleinen costaricanischen Katastrophen. So hatten wir Ende April/Anfang Mai so starke Regentage, das teilweise eine ganze Hauptstraße gesperrt werden musste, da sie nur als Fluss wiederzuerkennen war! :-D
Außerdem hatten wir auch zu der Zeit, ich weiß nicht ob es mit dem Regen zusammenhing, 3x Stromausfall, einen Tag davon sogar 8 Stunden. Um ganz ehrlich zu sein, merkt man erst dann, wie man doch darauf angewiesen ist, wenn man ihn nicht hat. Beispielsweise konnten wir nicht kochen, wir waren nicht erreichbar und das Internet ging auch nicht, geschweige denn irgendein Licht. Als es dann zwischen 17 und 18 Uhr dunkel wurde, war auch mit Lesen nichts mehr anzufangen, da es kein Licht gab. Wir stellten dann notgedrungen Kerzen auf und bereiteten ein gemütliches Candle-Light-Dinner mit Hähnchen vom Imbiss vor, der glücklicherweise Strom hatte. Auch eine Erfahrung. ;-)










Kommentar hinzufügen