KonzerteAbschied nach 25 Jahren: a-ha!
a-ha, der bislang erfolgreichste norwegische Musikexport, verabschiedet sich als Band. Die drei Künstler werden künftig und endgültig eigene Wege beschreiten. Dabei sind sie eigentlich schon viel länger als 25 Jahre ein Trio. Allein ihr erfolgreichster Hit „Take on me“ wurde ab 1983 dreimal veröffentlicht, bis er dank einzigartigem Musik-Video die Charts stürmte. Eine Band, die nicht immer eine Einheit war, Popstars, die keine sein wollten und ein Gespräch, das mit Standard-Auskünften begann und schlussendlich doch Einblicke gewährte.
Damals konnten a-ha die Herzen vieler Teenies erobern und mit zerrissenen Jeans und Lederarmbändern zeitweise sogar modische Akzente setzen. 1987 steuerten sie den James-Bond-Titelsong „The Living Daylights“ bei, der heute aufgrund seines eingängigen Refrains die Hymne ihrer Konzerte ist. Seitdem gab es 1993 eine vorläufige Trennung, Solo-Karrieren sowie 1998 eine Reunion. Zu sehr waren die drei Musiker zerrissen – jeder wollte, was der andere hatte: als Sänger beweisen, dass man auch Songwriter ist und als Songwriter eine größere Rolle auf der Bühne spielen. Nach drei Platten und kurzer Pause folgte 2009 das vorläufig letzte Comeback, das internationale Charterfolge hervorbrachte, sodass die Band sich entschloss, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere endgültig mit a-ha aufzuhören.
Den Schlussakkord setzt nun eine Welttournee mit annähernd 80 Stationen innerhalb von zehn Monaten – am 1. Juni 2010 kommen die drei Norweger in die Sparkassen-Arena nach Kiel und am 28. Oktober nach Hamburg in die Color Line Arena. KIELerLEBEN hatte die Gelegenheit, mit dem Songwriter und Gitarristen Pål Waaktaar-Savoy zu sprechen.
KIELerLEBEN: Morten Harket, Sänger und ehemaliger Mädchenschwarm, ist inzwischen 50 Jahre alt, auch Sie und Magne Furuholmen gehen stramm darauf zu – macht sich das konditionell bemerkbar?
Pål Waaktaar-Savoy: Nein, wir sind nun seit zwei Monaten unterwegs und hatten in Südamerika einen wunderbaren Auftakt. Wir tourten anschließend durch Nordamerika und Kanada. Es war eine wundervolle Zeit, denn überall wird man mit dem Gefühl des letzten Konzerts aufgenommen. Wir begegnen beinahe täglich Menschen, die uns sagen, wie viel ihnen unsere Musik im Leben bedeutet habe – das motiviert ungemein. Aber endgültig lässt sich diese Frage erst im Dezember beantworten, wenn wir in Norwegen unsere Schlussnote spielen werden.
Als Konzertauftakt hat sich die Band bewusst für Brasilien und Chile entschieden, denn a-ha erreichte 1993 mit 195.000 Zuschauern den bislang gültigen Weltrekord eines Konzerts. Erst im Verlauf des Jahres wird es nach Europa und Asien gehen. Ist der weltweite kulturelle Unterschied immer noch so stark zu spüren wie vor 20 Jahren?
Damals war der Unterschied schon enorm: In Südamerika drehten die Fans immer auf und feierten die Konzerte bis morgens um zwei mit uns. In Japan wiederum erlebten wir Auftritte, bei denen sich die Besucher nur zwischen den Songs rührten, ansonsten still waren. Heute hat sich das alles angeglichen. Es ist beinahe so, als gäbe es einen weltweiten Standard für Popmusik-Fans.
Warum hat es Sie Mitte der 90er nach New York gezogen?
Früher zog es sehr viele Musiker hier her, es war die Stadt der Künstler. Außerdem stammt meine Frau aus Amerika. Wir sind auch heute noch sehr glücklich hier. In New York herrscht eine spürbare Energie, die beflügelt, Songs zu schreiben.
War die Zusammenarbeit mit den Bandkollegen, die in Norwegen blieben, schwer?
Nein, im Gegenteil: Die technischen Möglichkeiten für Musiker haben sich in den 90ern stark verändert. Digitale Aufnahmen und der Versand von Musik per Internet hat alles vereinfacht, während man früher gemeinsam im Studio sein musste. „Foot of the mountain“, unsere aktuelle Single, ist auf einem ähnlichen Wege zustande gekommen: Der Song entstand in Woodstock in einem alten Künstlermuseum. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich seit zehn Jahren in New York und hatte das Bedürfnis, dem Trubel der Stadt zumindest am Wochenende zu entkommen. Der Song war im Ursprung langsamer und sollte meinen Wunsch zum Ausdruck bringen, an einen stillen Ort zu entfliehen. Später wurde er durch die Strophen eines Songs von Mags ergänzt. (Diesen kann man noch heute auf myspace.com/magnef hören: „the longest night“, Anm. d. Red.)
Wer die Musik von a-ha kennt, der weiß um den Hauch von Melancholie in ihren Stücken …
Das wird uns schon viele Jahre nachgesagt, doch vor der Produktion haben etliche Stücke ganz anders geklungen. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies in Kürze tun, da unsere ersten beiden Alben neu abgemischt und inklusive vieler Demo-Versionen erneut auf den Markt gebracht werden. Melancholie hin oder her: Für uns geht es immer um das Gefühl, um die Melodie und darum, dass alles zusammenpasst. Ein Song sollte dich an einen anderen Ort versetzen, wenn du die Augen schließt.
Was kommt nach a-ha?
Ich kann nur für mich sprechen: Ich werde der Musik treu bleiben, Songs komponieren und mit anderen Musikern aufnehmen – genauso, wie ich es in all den Jahren, in denen a-ha pausierte, gemacht habe. (Ein Blick in die Vergangenheit verrät jedoch, dass die Kollegen es ähnlich handhaben dürften. Morten Harket veröffentlichte 1996 und 2007 bereits eigene Alben. Und Mags kollaboriert schon heute mit Musikern von Coldplay oder Travis, nimmt Songs auf oder tourt mit diesen, Anm. d. Red.)
Das Interview führte Kassian Alexander Goukassian
Tourneedaten
im Norden:
01.06.2010 Kiel
25.10.2010 Braunschweig
28.10.2010 Hamburg
29.10.2010 Berlin
Ein letzter Blick auf a-ha
a-ha klingt live stets anders als die zuweilen weichgespülten CDs. Wenn das Publikum auch durchschnittlich 30 bis 50 Jahre alt ist, so sorgen Wehmut und die Erinnerung an die Jugend stets für ausgelassene Stimmung. Eine ausgefeilte Light-Show und ein imposanter Sound, bei dem die Keyboards herunter und Gitarren aufgedreht werden, hat viele zehntausend Fans bislang begeistert. Das lässt sich den Internet-Foren und in vielen YouTube-Clips erleben. Anders als in den vergangenen 20 Jahren wird die Abschiedstournee mit dem dramatischen Titel „Ending the high note“ die 80er Klänge von einst wieder aufleben lassen – den drei Herren ist wichtig, ihren Fans ein Erlebnis mit auf den Weg gegeben zu haben, das eine Erinnerung wert ist.
Weiterführende Weblinks:
www.a-ha-net.de
(deutsche Fan-Seite)
http://twitter.com/aha_com oder auf facebook
Teaser-Foto: Catherine Sexton/www.a-ha.com

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a-ha Interview
Vielen Dank für das nette Interview :-).
Viele Grüße
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