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Spezial23.08.10 /// KolumneSeite drucken drucken

Ein Wochenende ohne BarCamp

Ein Wochenende ohne BarCamp

Ich habe nicht gedacht, dass ich es schaffen könnte. Aber ich habe es hinter mir: das erste Wochenende ohne BarCamp. Eine Rückschau auf glücklichere Zeiten – mit BarCamp.

Vor einigen Monaten hörte ich das erste Mal vom BarCamp. Und stellte die Frage, die ich später selbst auch vor Arbeitskollegen und Freunden beantworten sollte: Was ist denn bitte ein BarCamp? Also, ein BarCamp hat (in erster Linie) nichts mit einem Tresen, Bier und Erdnüssen oder etwa einem Zeltlager zu tun. Nein, auf einem BarCamp treffen sich Menschen, die sich entweder in ihrem Beruf und/oder ihrer Freizeit mit dem Web 2.0 und allem, was damit zu tun hat, beschäftigen.

In lockerer Atmosphäre wird dort der Teilnehmer zum Veranstalter. Jeder (wenn er denn mag) schlägt Themen vor, die später in sogenannten Sessions abgehalten werden. Das muss kein ausgefeilter Vortrag sein, der die reguläre Sessiondauer von 30 bis 40 Minuten füllt, Diskussionsanregungen sind ebenso gewünscht wie Themen, die man einfach gerne mal von Fachleuten erklärt hätte.

  • Rund 130 Teilnehmer waren am 13. und 14. August beim 1. Kieler BarCamp dabei.

Mit diesem Wissen bepackt, ging es am Freitag, den 13. (!) August, ins Wissenschaftszentrum in der Fraunhoferstraße. Und nein, es sollte kein Pech-Tag werden. Da sich das BarCamp über Spenden finanziert und für die Teilnehmer kostenlos ist, hinterließ schon das topmoderne Gebäude ganz schön Eindruck. Ab 8.30 Uhr konnte man sich anmelden, ein Namensschild und ein hübsches T-Shirt abholen und sich bei einem üppigen Frühstück und köstlichem Kaffee bei ersten Gesprächen kennenlernen. Ab zehn Uhr startete dann die Vorstellungsrunde.

Drei Tags für Jedermann

Genauso wie die ganze Tagung lief auch die Vorstellungsrunde (für Kenner „normaler Seminare“) untypisch ab. Jeder der 130 Teilnehmer sollte sich über drei Tags, also Schlagwörter, vorstellen. Im besten Falle fügte man dann noch ein Thema an, das man im Laufe der kommenden beiden Tage gerne in einer Session bearbeiten würde. Und so füllte sich nach und nach der Sessionplan für den Freitag, wobei einige Themen schon in der Pipeline für Samstag lagen.

  • Session-Plan für Freitag

Spannender Start

Schon der Beginn war für mich sehr spannend. Ich schlich mich in die Session „iPad-Magazin“, die mein Kollege Ümit Mericler hielt. Als eines der ersten Verlagshäuser Deutschlands entwickelt der KIELerLEBEN-Verlag falkemedia Magazine für das neueste Apple-Produkt. Und so konnte er über spannende Details aus dem Nähkästchen plaudern. Wie interessant dieses Thema war, merkte man nicht nur an der relativ großen Zuhörerschaft, auch die anschließende Diskussion hätte kein Ende genommen, wären wir nicht auf den Wechsel der Sessions hingewiesen worden.

Wie bitte?!

Und so ging es je nach Affinität weiter. Ich landete im nächsten Teil in einem Vortrag über „Scrum“. Selbst 15 Minuten nach Beginn konnte ich nicht genau umreißen, worum es bei diesem Begriff ging. Mir fehlte eindeutig das Vokabular. Mein Kollege hatte dagegen vor Faszination glänzende Augen. Aber genau das machte dieses BarCamp aus: Vom Anfänger bishin zum Fachmann war alles dabei.

Wer sich Twitter erklären lassen wollte, fand sich mit einigen anderen zusammen, schnappte sich einen der vielen Twitter-Junkies (Stichwort: Cat-Content!) und wusste nach einer halben Stunde – zumindest grob umrissen – was diese 140-Zeichen-Nachrichten eigentlich für die Welt bedeuten. Andere trafen sich zur gehobenen Fachsimpelei unter ihres gleichen und hätten gerne noch Stunden weiter diskutiert.

  • Die Technik macht's: Steffen Voß aus dem Orga-Team und Ümit Mericler bei der Vorbereitung einer Session

Weitere spannende Themen waren die dunkelgraue Masse „Suchmaschinenoptimierung“, die alle versuchen, zu verstehen, und keiner wirklich fassen kann; Open-Source-Themen wie das Betriebssystem Linux und das Bildbearbeitungsprogramm Gimp oder der Umgang mit Wikis und vieles, vieles mehr.

Richtig interaktiv wurde es bei den „podcastenden“ Juristen Henry Krasemann und Stephan Dirks: Die funktionierten ihre Session in eine Live-Aufnahme für www.jurafunk.de um, so waren die Teilnehmer gleich in den nächsten Podcast zu den neuesten Gerichtsurteilen integriert. Oder man übte sich in dem Videospiel Mister X und machte sich auf interaktive Verbrecherjagd. Über die zwei Tage verteilt wurden insgesamt 44 Sessions gehalten.

Für zwischendurch

Auch „zwischen den Tagen“ wurde ein Programm präsentiert, das bewies, dass unsere schnuckelige Fördestadt genauso BarCamp-tauglich ist wie Hamburg oder Berlin. Am Freitagabend gab sich der Vergraemer die Ehre, der sonst online erfolgreich seinen Senf in die Twitterwelt und Blogosphäre abgibt und mit ebenso quatsch- und blogaffinen Menschen regelmäßig bei Real-Life-Lesungen, dem sogenannten „Jour Fitz“, zeigt, dass Literatur nicht nur aus Papier besteht.

  • Auf der „Twitterwall“ wurden alle Tweets der Teilnehmer gezeigt, die den Hashtag (Kürzel/Schlagwort) „bcki“ trugen - kurz für BarCamp Kiel

Klar, dass beim Ostsee-Jour-Fitz Kieler Blogger wie MC Winkel und Anna Grassi nicht fehlen durften. Aber auch zwei Hamburgerinnen überzeugten das Publikum auf ihre sehr amüsante Weise. Während die einen beim Camp 24/7 an der Reventlouwiese den Bloggern lauschten, konnten die anderen bei einem kleinen Segeltörn die ersten Handgriffe dieses sehr maritimen Sports kennenlernen. Ein Kieler Abend durch und durch.

Fazit

Insgesamt war dieses BarCamp eine tolle Sache, vor allem auch, um die relativ große Kieler „Internetszene“, die sich nicht nur im Netz, sondern auch zu Veranstaltungen wie dem WebMontag oder dem Kreativstammtisch „in Echt“ trifft, kennenzulernen. Faszinierend war ebenso, wie viel Engagement dieses Event voraussetzte – und erfolgreich wie reibungslos von statten gehen ließ. Dabei ist nicht nur den zahlreichen Sponsoren zu danken, sondern auch dem Organisationsteam, das eine wirklich schöne Veranstaltung hingelegt hat.

Nun, viel mehr möchte ich nun aber wirklich nicht ins Detail gehen. Denn um zu wissen, was ein BarCamp genau ist, muss man dabei gewesen sein. Vorab aber soviel: Ein BarCamp hat (in erster Linie) nichts mit einem Tresen, Bier und Erdnüssen oder etwa einem Zeltlager zu tun. Näheres erfahrt ihr im nächsten Jahr, wenn es endlich wieder heißt: BarCamp Kiel 2.0. :-)

Mehr zum ersten Kieler BarCamp gibt es (natürlich) im Internet unter www.barcampkiel.de. Dort findet man weitere Links zum Thema, unter anderem den Rückblick von Mac-Life-Kollege Ümit Mericler.

 

 

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Natalie Baumgärtner

Über den Autor

Natalie Baumgärtner;

Surft unglaublich gerne. Trotz Meer vor der Tür aber eigentlich nur im Internet oder auf einer ab und zu vorbeirauschenden Welle der Euphorie. Hält fest, ob mit Kamera, Stift oder Tastatur. Motto: Love it or leave it.

(5) Kommentare

31.08.2010 /// 10:36 Uhr ///

BarCamp 2011

Vielen Dank! Ich werde auch wieder dabei sein! :-)

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23.08.2010 /// 23:09 Uhr ///

Schöne Zusammenfassung. Ich

Schöne Zusammenfassung. Ich glaub´, da geh ich auch wieder hin :)
LG,
Daniela

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23.08.2010 /// 21:19 Uhr /// Natalie Baumgärtner

Falscher Name

Ähm ähm ähm, wie schrecklich! Entschuldige, Stephan! Und dann auch noch so falsch …

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23.08.2010 /// 21:14 Uhr ///

nunja, da mein Name nun

nunja, da mein Name nun irgendwie nicht angezeigt wird: Letzter Kommentar war von Stephan DIRKS ;-).

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23.08.2010 /// 21:13 Uhr ///

Schöner Text

.. nur etwas lang: Genau Zwei Buchstaben zuviel ;-).
Ich grüße auf diesem Wege auch Bernard, aka Barcamp-"Bernd". Dem fehlten in den KN zunächst zwei; So gleicht sich am Ende alles wieder aus.

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