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Spezial27.09.10 /// TV-Koch Horst Lichter im InterviewSeite drucken drucken

Kann denn Butter Sünde sein?

Kann denn Butter Sünde sein?

Zwirbelbartträger und Fernsehkoch Horst Lichter überzeugt seine Fans fast weniger mit seinen Kochkünsten als mit seiner rheinischen Frohnatur. Bevor Horst Lichter am 7. Oktober das Kieler Schloss mit einem Auftritt beehrt, sprach kielerleben.de mit ihm über die heimische Küche, StudiVZ und Liebesbriefe.

KIELerLEBEN: Herr Lichter, Hand aufs Herz: Wer kocht denn bei Ihnen zu Hause?

Horst Lichter: Meine Frau, denn sie kocht wirklich sensationell lecker. Aber es hat noch einen anderen Hintergrund: Kochen ist einerseits mein Beruf, andererseits sieht die Küche aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen, wenn ich koche (lacht). Da sagt meine Frau schon von sich, dass ich lieber nicht kochen soll. Das genieße ich dann sehr.

Stehen Sie dann neben ihr und geben Tipps?

Nein, da halte ich mich ganz raus, denn sonst bekomme ich nichts zu essen (lacht).

Sie haben schon sehr früh eine Ausbildung zum Koch gemacht, haben später aber nicht in dem Beruf weitergearbeitet.

Ich habe nur kurz als Koch gearbeitet. Mit 17 Jahren war ich Geselle, und mit 19 habe ich dann den Beruf verlassen und bin in die Fabrik gegangen, in der auch mein Vater und Großvater arbeiteten. Das Berufsbild des Kochs hat mich stark enttäuscht.

Was war daran so enttäuschend?

Ich wollte Koch werden, um Menschen eine Freude zu bereiten. Aber in dem Betrieb ging es nur noch darum, Geld zu verdienen. So hatte ich mir den Beruf nicht vorgestellt. Für mich galt es zu entscheiden: Entweder bleibe ich Koch oder Mensch.

Und wie kam es später dazu, dass Sie sich wieder dem Kochen zugewandt haben?

Ich habe sehr früh überlegt, ob ich das richtige Leben führe. Das hing damit zusammen, dass ich mit 26 Jahren das erste Mal sehr krank war. Also habe ich angefangen, meinen Traum in die Tat umzusetzen. Ich wollte einen Laden haben, in dem man tolles Essen bekommt und sich wohl fühlen kann. Ein Gasthaus im wörtlichen Sinne. Für mich war und ist das Essen nie das Wichtigste, sondern die Menschen. Und diesen Laden habe ich mit meinem Gasthaus verwirklicht.

Kam später erst die Bühne oder das Fernsehen?

Mein Laden war schon immer meine Bühne. Aber vor dem richtigen Theater kam das Fernsehen. Der WDR ist dabei auf mich zugekommen. Nach vier Jahren bin ich dann auf die Bühne gegangen. Ich habe die Menschen unterhalten und sie zum Lachen und Nachdenken gebracht – das macht mir einfach am meisten Spaß!

Ihr aktuelles Programm, mit dem Sie am 7. Oktober im Kieler Schloss sind, heißt: „Kann denn Butter Sünde sein?“ Haben Sie darauf schon eine Antwort oder bekommen die Kieler die erst bei der Show?

Es ist natürlich eine Metapher, denn Butter war einmal ein Zeichen des Wohlstandes; man konnte sich gute Butter erlauben. In der heutigen Zeit, wo es allen gut geht, ist Butter auf einmal etwas schlechtes geworden. In meinem Programm geht es darum, wie es mir heute geht und wie viel Spaß man haben kann. Deshalb darf Butter doch keine Sünde sein! Außerdem heißt mein neues Kochbuch „Alles in Butter“, das passt wunderbar zusammen.

Ist Ihr Programm mehr Comedy- oder Kochshow?

Es ist mehr eine Comedy- als eine Kochshow. Natürlich bin ich Koch und erkläre auch ein bisschen was, aber man sollte nicht Stift und Block mitnehmen, um ein Rezept aufzuschreiben.

Wie ist denn Ihre Fangemeinde eigentlich?

Ganz unterschiedlich. Natürlich habe ich viele Fans im gesetzten Alter ab 40. Aber meine Kinder haben mir gezeigt, dass es auch Gruppen über mich bei Portalen wie StudiVZ gibt. Das hat mich sehr gefreut und mir gezeigt, dass es nicht nur eine Altersgruppe gibt, die mich „cool“ findet und mit mir Spaß hat.

Bekommen Sie auch Liebesbriefe?

Ich bekomme manchmal Liebesbriefe und freue mich natürlich, wenn ich mit meinen 48 Jahren noch von einigen attraktiv gefunden werde (lacht)

Das Interview führte Natalie Baumgärtner

Horst Lichter kommt am 7. Oktober ins Kieler Schloss. Beginn ist um 20 Uhr. Tickets gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen wie der Konzertkasse Streiber am Europaplatz oder im Internet unter www.eventim.de.

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Natalie Baumgärtner

Über den Autor

Natalie Baumgärtner;

Surft unglaublich gerne. Trotz Meer vor der Tür aber eigentlich nur im Internet oder auf einer ab und zu vorbeirauschenden Welle der Euphorie. Hält fest, ob mit Kamera, Stift oder Tastatur. Motto: Love it or leave it.

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