- (Bild: Anna Drews)
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Mit 13 Schülersprecherin, mit 18 auf den großen Bühnen: Wie Luisa Galli Politik in Kiel nachhaltig verändern will. Wir haben mit der Kielerin gesprochen, die im kommenden Jahr das Abitur ablegt und große Pläne verfolgt.
Wer Luisa Galli auf den Fluren der Kieler Verwaltung oder im Rathaus trifft, rechnet im ersten Moment vielleicht nicht mit einer der prägendsten politischen Akteurinnen der Stadt. Wenn die 18-Jährige zu Terminen erscheint, wird sie nicht selten für die neue Praktikantin gehalten.
Erst Praktikantin, dann Podium
Ein Irrtum, der den Beteiligten spätestens dann unangenehm wird, wenn Luisa vorne auf dem Podium Platz nimmt. Denn wo die Kielerin auftritt, bringt sie nicht nur frischen Wind, sondern vor allem konkrete Ergebnisse mit. Ihre Haltung: Wer verändern will, muss Räume besetzen. Schon mit 13 Jahren wirbelte sie ihre Schule auf, als sie an ihrer Schule zur bisher jüngsten Schülersprecherin gewählt wurde und kurzerhand kostenlose Menstruationsprodukte durchsetzte. Vorab erhob sie per Umfrage den Bedarf – mit überwältigender Resonanz unter den Mitschülerinnen.
(Bild: Anna Drews)
Sprung auf die Bundesebene
Was folgte, war eine beispiellose Laufbahn in der Jugendbeteiligung: Stellvertretende und später jüngste Vorsitzende des Jungen Rats Kiel, berufenes Mitglied im Bündnis für die junge Generation und Schirmherrin des CSD Kiel. Luisa wurde schnell zum gefragten Gesicht für Jugendpolitik. Für Luisa beginnt Politik nicht erst im Bundestag oder in langwierigen Parteidebatten, sondern im Alltag junger Menschen. „Warum Politik auf dem Schulklo beginnt“, lautete dementsprechend einer ihrer bekanntesten Talks auf der TINCON. Es geht ihr um echte Selbstwirksamkeit statt hübscher Worte.
Dass sich Ausdauer lohnt, zeigte sie mit einem Antrag in der Kieler Ratsversammlung: Nach vielen Jahren wurde die Geschäftsordnung geändert, seitdem müssen alle Ortsbeiräte der Stadt mindestens einmal jährlich zu jugendgerechten Zeiten tagen. Auf der Agenda stehen dann ausschließlich Themen, die junge Menschen direkt betreffen.
(Bild: Anna Drews)
Luisa ist bewusst in keiner Partei. Sie will unabhängig bleiben.
Trotz zahlreicher Angebote ist Luisa bis heute in keiner Partei. Sie schätzt ihre Unabhängigkeit und möchte sich nicht durch Parteilinien einengen lassen. Wer etwas verändern wolle, brauche Ausdauer und den Mut, auch mal anecken zu dürfen, betont die junge Kielerin. Dass ihr Weg kein Spaziergang ist, verhehlt die Abiturientin keineswegs. Eine 80-Stunden-Woche in Spitzenphasen zwischen Schulbank, Podien, Kolumnen und Workshops hinterlässt Spuren. Schule sieht sie dabei pragmatisch als Fundament, lässt sich aber nicht über Noten definieren. „Ich möchte völlig unabhängig sein und nicht einer Parteilinie folgen, sondern das machen, was gerade gebraucht wird“, betont die junge Kielerin.
Erstes Studium der Familie
Aufgeben ist für die Kielerin keine Option. Als Arbeiterkind wird sie nach ihrem Abitur als erste Person ihrer gesamten Familie eine Universität besuchen. Dieser Schritt bedeutet für sie nicht nur persönliche Weiterentwicklung, sondern auch das Aufbrechen biografischer Hürden. Ihre Vision für die Landeshauptstadt bleibt klar: eine Stadt, in der jungen Stimmen mit Neugier statt mit Vorurteilen begegnet wird. Wenn man Jugendlichen echten Respekt zollt und ihnen Zugänge schafft, entfalten sie ihre Kraft – davon ist Luisa felsenfest überzeugt. „Ich wünsche mir einfach für Kiel, dass man Menschen, die anders leben, lieber mit Neugier begegnet statt mit Vorurteilen“, unterstreicht sie ihren Appell an die Stadtgesellschaft.
Über Luisa Galli
Name: Luisa Galli
(*2007 in Kiel)
Status: Abiturientin
(Abschluss 2027),
politische Aktivistin
und Kolumnistin
Stationen & Ämter:
2021: Jüngste
Schülersprecherin Kiels
2023: Vorsitzende des
Jungen Rats Kiel
2023: Berufung ins Bündnis für die junge Generation (Bundes-
familienministerium)
2025: Schirmherrin des CSD Kiel