- Meeresalgen im Kampf gegen Alterserkrankungen: Hier setzt MarLeb an. (Bild: Nikolas Linke )
Kieler Forschung mit Zukunfts-Potenzial: Das Meereskosmetik-Unternehmen oceanBASIS und die CAU Kiel erforschen marine Rohstoffe gegen Zivilisationskrankheiten – Jetzt wurden die nötigen Mittel bewilligt.
Das Kieler Unternehmen oceanBASIS startet gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein vielversprechendes Forschungsprojekt: Im Rahmen des Vorhabens „MarLeb“ untersuchen die Experten, wie Inhaltsstoffe aus dem Meer im Kampf gegen Diabetes, Übergewicht und den biologischen Alterungsprozess eingesetzt werden können.
Drei Meerespflanzen im wissenschaftlichen Fokus
Im Zentrum der Untersuchungen stehen drei ganz besondere marine Rohstoffe: die beiden Braunalgen Sackwurzeltang (Saccorhiza polyschides) und Arame (Eisenia bicyclis) sowie die Küstenpflanze Queller (Salicornia europaea). Erste Vorarbeiten der beteiligten Forschungsgruppen zeigten in Tiermodellen bereits erstaunliche Effekte: Die Wirkstoffe gaben klare Hinweise auf blutzuckersenkende, gewichtsregulierende und sogar lebensverlängernde Eigenschaften.
Von der Alge zum fertigen Gesundheitsprodukt
Das Ziel des Projekts ist es nun, spezielle Extraktionsverfahren so zu optimieren und zu standardisieren, dass die Wirkstoffe in Zukunft sicher für ernährungsbezogene Produkte genutzt werden können. Als erfahrener Partner aus der Biotechnologie übernimmt oceanBASIS dabei den entscheidenden Schritt von der Alge zum marktreifen Extrakt: Das Kieler Unternehmen verantwortet die Beschaffung der Rohstoffe, die Entwicklung der Prozesse sowie die Überprüfung der wirtschaftlichen Machbarkeit. Mindestens ein Extrakt-Kandidat soll am Ende bis zur Pilot-Herstellung gebracht werden.
Starke Partnerschaft für den Gesundheitsstandort Kiel
Das Verbundprojekt läuft von Juli 2026 bis Dezember 2028 und wird von Prof. Dr. Thomas Roeder vom Zoologischen Institut der CAU Kiel geleitet. Es ist fest im regionalen Innovationskonsortium BlueHealthTech Kiel verankert und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Vorhaben stärkt nicht nur die marine Bioökonomie in Schleswig-Holstein, sondern unterstreicht einmal mehr Kiels Rolle als Pionierstandort für maritime Gesundheitsforschung.