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Anne-Sophie Mutter und das Royal Philharmonic Orchestra: Ein Abend der Filmmusik-Legenden in der „Royal Albert Hall des Nordens“

  • Top-Geigerin Anne-Sophie Mutter mit dem Royal Philharmonic Orchestra in Neumünster.
    Top-Geigerin Anne-Sophie Mutter mit dem Royal Philharmonic Orchestra in Neumünster. (Bild: Jasper Grätsch)
28/08/2025 0 0

Ein denkwürdiger Abend voller Magie und Emotionen ereignete sich gestern in den Holstenhallen Neumünster, die von Festival-Intendant Christian Kuhnt seit Jahren liebevoll als „die Royal Albert Hall des Nordens“ bezeichnet werden.

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Im Rahmen des 40. Jubiläums des Schleswig-Holstein Musik Festivals traf die weltberühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter auf das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko. Ein besonderer historischer Moment, denn Mutter, die als eine der größten Geigerinnen unserer Zeit gilt, war bereits im Gründungsjahr des Festivals vor 40 Jahren mit ebendiesem Orchester aufgetreten.

Der Abend stand ganz im Zeichen großer Filmmusik. Den Auftakt machte das Orchester allein mit einem Medley aus Erich Wolfgang Korngolds Musik zum Film „Der Herr der sieben Meere“, das mit dem majestätischen Titelthema, dem gefühlvollen „Reunion“ und dem fulminanten Finale das Publikum sofort in seinen Bann zog.

Anschließend betrat die Star-Geigerin die Bühne. Anne-Sophie Mutter, die bereits mit 13 Jahren von Herbert von Karajan entdeckt wurde und seither eine beispiellose Weltkarriere machte, ist nicht nur für ihre Interpretationen des klassischen Repertoires bekannt, sondern auch für ihr Engagement für zeitgenössische Musik. So war es nur passend, dass sie das mit Spannung erwartete Violinkonzert Nr. 2 von John Williams präsentierte, das der Komponist ihr persönlich auf den Leib geschrieben hat. Hier schieden sich im Publikum hörbar die Geister. Das Werk ist komplex und fordert höchste Konzentration. Die Rezeption ist gemischt: Viele loben die technische Virtuosität und kreative Energie, die aus der engen Zusammenarbeit zwischen Williams und Mutter entstanden sind, während andere die für Williams typischen, eingängigen Melodien vermissen.

Nach der Pause gehörte die Bühne zunächst wieder allein dem Orchester. Unter der Leitung seines Musikdirektors Vasily Petrenko präsentierte es kraftvoll die Ouvertüre, Romanze und das Finale aus Dmitri Schostakowitschs Musik zu „Die Pferdebremse“. Petrenko, der seine Ausbildung am renommierten St. Petersburger Konservatorium erhielt und vor seiner Zeit in London das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra zu großem Ruhm führte, leitete das Royal Philharmonic Orchestra mit einer fast spielerischen Leichtigkeit. Das 1946 von Sir Thomas Beecham gegründete Orchester bewies einmal mehr seinen Rang als internationaler Spitzenklangkörper.

Der zweite Teil des Abends gehörte dann wieder der Kombination aus Mutters brillanter Solovioline und dem vollen Orchesterklang. Ein Feuerwerk der bekanntesten Melodien von John Williams begeisterte das Publikum, darunter Themen aus „Indiana Jones“, „Harry Potter“, „E.T.“, „Zapfenstreich“ und „Tim und Struppi“.

Der emotionale Höhepunkt des Konzerts war aber zweifellos die erste Zugabe. Anne-Sophie Mutter und das Orchester spielten das ergreifende Titelthema aus „Schindlers Liste“. Mutter widmete diese Darbietung allen Menschen, die derzeit unter bewaffneten Konflikten leiden, was für einen Moment der Stille und tiefen Ergriffenheit im Saal sorgte. 

Um das Publikum letztlich doch beschwingter in die Nacht zu entlassen, setzte das Orchester nach Mutters Abgang noch einen drauf und schloss den Abend mit dem ikonischen „Star Wars“-Thema. Der tosende Applaus mündete schnell in langanhaltende stehende Ovationen – wie sogar auch schon zur Pause.


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ÜBER DEN AUTOR

Sebastian Schack
Sebastian Schack

… ist geborener Kieler und war bei Falkemedia, dem Medienhaus hinter KIELerleben, mehr als zehn Jahre lang Chefredakteur der Mac Life, Europas größtem Apple-Magazin. In seiner Freizeit schreibt er aus alter Verbundenheit regelmäßig über Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festival oder Aufführungen am Theater Kiel vom Schauspiel über die Oper bis zum Orchester.


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