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Holstein: Abstieg nur noch Formsache

21/04/2010 0 0

Das 1:1 von Holstein Kiel gegen Eintracht Braunschweig war für die Störche erneut ein hart erkämpftes Stück Arbeit. Aggressivität, Kampf, letztlich auch eine Funke Verzweiflung in der zweiten Halbzeit hinterließ ein anerkennendes Nicken bei den Zuschauern, aber wieder nicht wirklich Zählbares. Das Team von Trainer Christian Wück kann offensichtlich noch so viel kämpfen, es reicht nicht einen Gegner nieder zu ringen. Doch auch für Eintracht Braunschweig war der Punkt zu wenig für das Ziel Aufstieg in die zweite Bundesliga.

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Während sie in Braunschweig jedoch noch an den Aufstieg glauben, ist in Kiel die Hoffnung auf den Klassenerhalt gestorben, obwohl die Hoffnung eigentlich zuletzt stirbt.

Holstein-Coach Christian Wück nahm im Vergleich zum 1:3 bei Tabellenführer Aue drei personelle Änderungen vor: Schulz und Top-Torjäger Holt kehrten nach ihren abgebüßten Sperren in die Anfangself zurück und ersetzten den verletzten Lamprecht (Oberschenkel) und Sykora (5. Gelbe). Zudem agierte Bruns für Vujcic.

Erste Halbzeit

Im Gegensatz zu den vergangenen Spielen, vor allem den Heimspielen, zeigte sich der Leistungsunterschied der beiden Mannschaften diesmal von Beginn an klar und deutlich. Auch wenn der letzte Sieg der Kieler Störche eine gefühlte Ewigkeit her war, zeigten sich die Norddeutschen in vielen Spielen auf Augenhöhe und als kämpferische Mannschaft, die erkannt hat, dass sie um den Klassenerhalt spielen und jeden einzelnen Punkt dringend benötigen. Doch diesmal waren es die Braunschweiger, die das Ruder in die Hand nahmen und zeigten, dass sie nicht umsonst auf Aufstiegskurs in die zweite Bundesliga stehen. Der Unterschied in Spielweise, Präzision und Kampfgeist war enorm und so überraschte es doch sehr, dass der Führungstreffer der Löwen erst kurz vor Halbzeitpfiff in der 44. Minute geschah: Tim Danneberg köpfte das runde Leder ins Netz – der bis dahin hervorragende Störche-Keeper Michael Frech war chancenlos.

Zweite Halbzeit

Holstein kam mit zwei Veränderungen aus der Kabine zurück. Für den kaum sichtbaren Massimo Cannizarro kam Tim Jerat und für den überforderten Timo Bruns kam Stürmer Tim Wulff. Die Auswechslungen machten sich bemerkbar und so waren es wieder die Störche, die nun zu Chancen kamen. Braunschweig zog sich zurück und ließ die Kieler agieren. Nachdem Tim Siedschlag einen hervorragend geschossenen Freistoß knallhart an den Pfosten gesetzt hatte, stieg die Stimmung im Stadion, waren doch einige Zuschauer schon nach der ersten Halbzeit nach Hause gegangen, um sich wohl erstklassigen Fußball der Bayern anzuschauen. Der Ausgleichstreffer für die Kieler kam dann aber doch noch: in der 87. Minute. Nach einem Freistoß von der rechten Strafraumkante kommt Sembolo am langen Pfosten frei zum Kopfball und lenkt den Ball in die Mitte, wo Wulff aus kurzer Distanz nur noch einschieben muss. 1:1-Unentschieden nach Schlusspfiff des Schiedsrichters Dittrich.

Nebensache

Es gab fünf gelbe Karten im Spiel. Für die Braunschweiger Deniz Dogan, Ken Reichel und Smail Morabit und für die beiden Kieler Robert Müller und Tim Siedschlag. Schiri Dittrich aus Bremen hatte kein leichtes Spiel. Fehlentscheidung nach Fehlentscheidung bescherten ihm „Schieber“ und „Hoyzer“ Rufe. Als bester Spruch des Tages wurde jedoch „Wir steigen ab, aber ihr nicht auf“ aus der Fankurve gekrönt, welcher bei vielen Zuschauern, trotz der kläglichen Lage der Kieler, mit schmunzelndem Gesicht kommentiert wurde.

Stimmen nach dem Spiel

Christian Wück (auf die Frage, ob er noch an den Klassenerhalt glaubt): „Wenn wir so spielen wie in Halbzeit eins haben wir keine Chance mehr. Wenn wir so spielen wie in Halbzeit zwei, wird es sehr, sehr, sehr schwer.“

Dennis Kruppke (Eintracht Braunschweig): „In unserer Situation war das katastrophal.“

Thorsten Lieberknecht (Trainer Braunschweig): „Ich wünsche Holstein Kiel für ihren weiteren Weg alles gute. Für uns heißt es nun einen Zahn zulegen im Auftsiegskampf.“

Holstein Kiel: Frech - Siedschlag, Schyrba, Rohwer (ab 63. Meyer), Schulz - Holt, Bruns (ab 46. Jerat), Müller, Heider - Cannizzaro (ab 46. Wulff), Sembolo.

Eintracht Braunschweig: Petkovic - Fuchs, Henn, Dogan, Reichel - Vrancic - Kruppke, Danneberg, Boland - Calamita (ab 83. Washausen), Morabit (ab 73. Banser).

Tore: 0:1 Danneberg (44.), 1:1 Wulff (87.).

Schiedsrichter: Dittrich (Bremen)

Zuschauer: 3.880


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ÜBER DEN AUTOR

Julia Borrmann
Julia Borrmann
Studiert Kulturwissenschaft, damit sie sich eines Tages einen echten Gustav Klimt leisten kann. Den findet sie wahrscheinlich auf dem Flohmarkt - bevorzugt zu unmenschlichen Uhrzeiten - und hängt ihn dann über die Fußballschuhe, denn sie ist begeisterter Fußballfan.

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