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Wasserspringen beim SV Neptun Kiel

Mit flauem Gefühl in die Tiefe

  • Mit flauem Gefühl in die Tiefe
03/01/2011 0 0

Wasserspringen ist eine anspruchsvolle Sportart, erfordert volle Konzentration – und natürlich Mut. Svenja Glaser ist eine von 13 aktiven Wasserspringerinnen des SV Neptun Kiel. Bei einem Wettkampf­tag in der Schwimmhalle der Christian-Albrechts-Universität zeigte die 16-Jährige ihr Können.

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Beide Augen schauen fixiert nach vorne. Der Gesichtsausdruck verrät höchste Konzentration. Ihr blondes Haar ist nach hinten zu einem Zopf zusammengebunden. Es ist nass. Ein Wassertropfen läuft über die leicht zusammengepressten Lippen. Ohnehin scheint jede Muskel­faser ihres Körpers höchst angespannt und lässt sie kerzengerade stehen. Noch ein letztes Mal atmet die 16-Jährige tief durch. Dann geht es los: Mit drei Schritten lässt sie den größten Teil des 4,87 Meter langen Bretts hinter sich, zieht beim letzten Schritt beide Arme nach oben und setzt elegant aber kraft­voll zum Sprung vom Dreimeterbrett an.

Für die Wasserspring-Abteilung des SV Neptun Kiel ist dieser Samstag im Dezember ein besonde­rer Tag. In der Schwimmhalle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel findet ein Wettkampf statt. Das passiert nur zwei Mal im Jahr, ausgerichtet vom SV Neptun Kiel und ausschließlich mit Springern vom SV Neptun Kiel. „Wasserspringen ist eine Rand­sportart und wird in Schleswig-Holstein neben Kiel nur noch in Eutin angeboten“, sagt Svenja Glaser, eine von 17 Springe­rinnen und Springern des SV Neptun.

Es könnten durchaus mehr sein, die Nachfrage ist vorhanden, aber bei nur einer Trainingsstunde pro Woche kann Trainerin Wiebke Gillner keine weiteren Springer aufnehmen. Erst wenn sich ein Aktiver vom Sport verabschiedet, ist Platz für einen Anwärter. Svenja Glaser hatte Glück. Bereits als Sechsjährige hatte sie in ihrer damaligen Heimat Freiburg Wasserspringen entdeckt. „Das will ich auch machen, meinte ich zu meinem Vater.“ Gesagt, getan. 2005 ging es dann aus dem Breisgau nach Kiel, wo sich Svenja gleich nach einer Wasser­springmöglichkeit umschaute. Sie fand den Kontakt zu Trainerin Wiebke Gillner und einen Platz im Team des SV Neptun.

Knapp fünf Meter über dem Wasser beginnt die Schwerkraft zu wirken

Das Sprungbrett biegt sich nach unten durch und federt Svenja Glaser in die Luft. Das Klappern des auswippenden Sprungbretts ist noch zu hören, während auf Svenja Glaser am höchsten Punkt ihres Kurzfluges knapp fünf Meter über dem Wasser die Schwerkraft wirkt. Sie hat die Beine bereits angehockt, den Oberkörper leicht eingerollt und kopfüber die erste Drehung fast abgeschlossen. Immer schneller fallend folgt die letzte halbe Drehung. Svenja streckt die Arme nach vorne und die Beine lang, um mit einem Kopfsprung ins Wasser den anderthalbfachen Salto vom Dreimeterbrett zu beenden. Mit knapp 25 Stundenkilometern rast sie auf das Wasser zu.

„Wasserspringen macht und kann nicht jeder, außerdem liebe ich Wasser“, beschreibt Svenja Glaser ihre Liebe zu dem Sport. Ab sechs Jahren beginnt man üblicherweise mit dem Wasserspringen. Los geht es vom Einmeterbrett: Fußsprung gestreckt oder gehockt, vorwärts oder rückwärts, dann Kopfsprung gestreckt oder gehechtet, bis sich an Salto-, Delfin- oder Auerbachsprünge herangewagt wird. Je fortgeschrittener, desto höher: Schnell geht es auf drei, fünf, siebeneinhalb, später gar auf zehn Meter. Ist es für Sechsjährige noch ein Erlebnis, aus einem Meter Höhe ins Wasser zu springen, soll es für die Zwölfjährigen häufig schon der „Fünfer“ sein – obwohl die Landung schmerz­haft werden könnte, wenn man sich nicht konzentriert. Klatscht man aus fünf Metern mit dem Rücken oder bäuchlings aufs Wasser, sind Hautrötungen und Prellungsschmerz garantiert.

Auch beim Abspringen ist höchste Konzen­tration geboten. Es gibt wohl keinen Wasser­springer der Welt, der nicht einmal ungewollt mit Fingern, Kopf oder Füßen das Brett oder den Turm berührt hat. Auch Svenja hat schon einen Unfall hinter sich: Bei einem Kopfsprung vom Dreimeterbrett schießt sie vor zwei Jahren senkrecht ins Wasser. Sie unterschätzt die Geschwindig­keit im Nass und prallt mit dem Gesicht auf dem 2,80 Meter tiefen Beckenboden auf. Ihre Nase ist leicht angeknackst, ein Schneidezahn zur Hälfte abgebrochen und die Oberlippe aufgeplatzt. Ein Arzt näht die klaffende Wunde mit fünf Stichen. „Das war ein ganz schöner Schock, und ich brauchte etwas Zeit, um wieder kopfüber vom Dreier zu springen. Mittlerweile traue ich mich aber wieder, und bei fast jedem Sprung ist immer ein flaues Gefühl dabei.“

Geschafft – Platz 1 in ihrer Altersklasse

Platsch – Svenja Glaser taucht zuerst mit den Armen, dann mit Kopf und Rumpf ins Wasser. Ihr Körper ist bis in die Zehenspitzen ge­streckt. Für zwei Sekunden ist es still. Das Wasser an der Eintauchstelle beginnt sich gerade wieder zu glätten, als die 16-Jährige auftaucht. Sie hat ein Lächeln im Gesicht. Der andert­halbfache Salto vom Dreimeterbrett ist geglückt. Sie schwimmt zum Beckenrand mit Blick auf die drei Kampfrichter. Wie werden sie den Sprung bewerten?

Die Bewertungskriterien der Kampfrichter entsprechen dem Standardreglement, obwohl die Kieler Springer nur einmal die Woche springen. Würde man den Sport ambitioniert betreiben wollen, müssten mindestens drei Trainings­einheiten pro Woche sein und nicht nur Wasserspringen: Trampolin-, Ballett-, Schwimm-, und Gerätetraining sorgen für das wichtige Körpergefühl und die nötige Kraft. Die Kampf­richter bewerten Absprung, Abstand zum Brett, Sprung­höhe, technische Ausführung, Körper­haltung und -spannung, Eleganz, Eintauchen und Sprungrichtung. Alle Kriterien werden in einer Note zwischen 0 und 10 berück­sichtigt. Ein anderer Sprung als vorgegeben gibt eine 0, eine 10 ist sehr gut. Svenja erhält von zwei Kampfrichtern eine 4, einer gibt sogar eine 4,5 – für Svenja absolut zufrieden­stellend. Denn multipliziert mit der Schwierigkeit des Sprungs reicht die Wertung addiert mit ihren fünf weiteren Sprüngen für Platz 1 in ihrer Altersgruppe.

„Der Wettkampf ist für uns eine Möglichkeit, objektiv von richtigen Kampf­rich­tern eine Wertung zu erhalten. Im Training können wir uns ja nur untereinander vergleichen, was unser Können nicht wirklich belegt“, sagt Svenja Glaser, die im Anschluss an den Wettkampf mit ihren Sportsfreunden noch ganz hochhinaus will – auf den Zehnmeterturm. „Mehr als einen Fußsprung vom Zehner traue ich mich aber noch nicht“, sagt die Schülerin, sprach es und springt. Die männliche Konkur­renz gleichen Alters traut sich dagegen bereits Komplizierteres: Die zwei 16-Jährigen setzen zum Abschluss einen Paketsprung – im Volksmund „Arschbombe“.

Wasserspringen …

… ist eine Wassersportart, die eingeteilt wird in Kunstspringen (1-m- und 3-m-Brett), Turmspringen (5-m-, 7,5-m- und 10-m-Turm) und Synchronspringen (3-m-Brett und 10-m-Turm). Seit 1904 ist Wasserspringen eine olympische Disziplin. Dominierten früher US-Amerikaner die Wettbewerbe, so sammeln heute Chinesen eifrig Medaillen.

In Deutschland hat Wasserspringen vor allem dank der Sportlerausbildung in der ehemaligen DDR professionelle Ausbildungsstrukturen. Bundesstützpunkte befinden sich in Berlin, Dresden, Halle, Leipzig, Rostock und als einziger in den alten Bundesländern in Aachen. Auch die erfolgreichste deutsche Athletin ersprang Medaillen für die DDR: Ingrid Krämer holte 1960 und 1964 dreimal Gold sowie einmal Silber.

Seit 2004 sorgt die Sportart einmal im Jahr dank Stefan Raab und seinem „TV-Total-Turm­springen“ für ein Medien­inte­resse der anderen Art: In den bislang sechs Wettbewerben drehten zwar Prominente wie Turnfloh Fabian Hambüchen oder Schwimmerin Sandra Völker ihre Salti, aber noch nie ein deutscher Wasserspringathlet.


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ÜBER DEN AUTOR

Olaf Ernst
Olaf Ernst
Humorvoll interessiert. So lässt sich „Ole“ wohl am besten beschreiben. Er probiert alles, testet, macht und tut: von Schreiben bis Sport, von Lesen bis Losgehen. Mal mit mehr Erfolg, mal mit gar keinem. So ist das Leben: Mal verliert er, mal gewinnen die anderen ...

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