- (Bild: falkemedia Regional/S. Schulten)
Es ist amtlich: Die Landeshauptstadt will die Ringe zurück. In einem deutlichen Bürgerentscheid haben die Kielerinnen und Kieler am Sonntag den Weg für eine erneute Olympia-Bewerbung freigemacht.
Während wir in den letzten Jahren oft über Zäune, Sperrgebiete und verbaute Aussichten diskutiert haben, gibt es jetzt eine Nachricht, die den Blick weit über den Horizont schweifen lässt. 63,5 Prozent der Stimmen sagen „Ja“ zu den Olympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044. Das nötige Quorum? Mit über 35.000 Stimmen nicht nur erreicht, sondern förmlich überrollt. Während im Rathaus Jubelstimmung herrscht, beginnt nun das Warten auf den richtigen Partner.
„Ein dreifaches, fünffaches Jo!“
Für Johannes Hesse, Geschäftsführer von Kiel-Marketing, ist dieses Ergebnis mehr als nur eine Statistik. Es ist eine Bestätigung dessen, was Kiel im Kern ausmacht. „Das fühlt sich wirklich ganz, ganz großartig an“, freut er sich im Interview. „Alles andere wäre für Kiel und unsere Stadtidentität ein Tiefschlag gewesen.“
Hesse sieht in dem Votum einen Ritterschlag für die Marke Kiel Sailing City. Für ihn ist es die logische Konsequenz aus der Geschichte unserer Stadt: „Wir haben das gemacht, was wir können. Die Identität Kiels wird in den nächsten 14 bis 18 Jahren massiv an Erlebbarkeit hinzugewinnen.“
Das Erbe von 1972 als Motor
Doch warum ist die Begeisterung an der Förde so viel größer als in anderen potenziellen Ausrichterstädten? Für Hesse liegt die Antwort im „Olympia-Geist“, der seit 1972 durch Schilksee weht. „Das ist in Kiel alltäglich spürbar. Wir lieben das Meer, das Element Wasser, das unsere Stadt umarmt“, erklärt er den deutlichen Zuspruch. Es sei schlicht „logisch“, dass Kiel die Bühne für diesen Weltwettbewerb wird – eine Verbundenheit, die man in kaum einer anderen deutschen Stadt so intensiv spüren könne.
Die Partner-Suche: Wer will mit Kiel ins Boot?
Trotz des „fulminanten Signals“, wie Oberbürgermeister Ulf Kämpfer das Ergebnis nennt, ist der Weg nach Olympia kein Selbstläufer. Kiel ist bereit, aber wer wird der Partner? Hamburg hat sich bereits pro Kiel ausgesprochen, doch hier zittert man noch bis zum 31. Mai – dann endet das dortige Referendum. Sagt die Hansestadt Nein, platzt der gemeinsame Traum.
Berlin setzt derweil auf Rostock-Warnemünde, während München und die Region Rhein-Ruhr noch in der Findungsphase sind. Klar ist nur: Bis zum 4. Juni müssen die finalen Konzepte beim DOSB liegen.
KIELerleben meint: Das „Ja“ der Bürger ist ein starkes Statement für den Sport und die Entwicklung unserer Stadt. Es zeigt, dass Kiel Lust auf Zukunft hat, statt sich im Klein-Klein der Bedenken zu verlieren. Jetzt liegt der Ball bei den großen Partnern und dem DOSB. Wir sind bereit für das nächste Kapitel Olympia-Geschichte – egal ob 2036 oder später.
Kurz-Fakten zum Bürgerentscheid:
Ergebnis: 63,5 % Ja / 36,5 % Nein
Beteiligung: 29,1 % (rund 55.000 abgegebene Stimmen)
Disziplinen: Segeln, Kiten, Surfen – aber auch Handball, Rugby und Küstenrudern sind im Gespräch.
Nächster Halt: DOSB-Entscheidung am 26. September.