- Mit »Between the Bars« und »Between the 80s« verzauberten Plewka und Schmedtje in den letzten Jahren ihr Publikum bereits in zahlreichen ausverkauften Shows. Anfang 2026 kommen die beiden jetzt mit »Between the Lights« mit neuem Programm... (Bild: Sven Sindt)
„Between the Lights“ im Schauspielhaus: Wenn Jan Plewka und Marco Schmedtje Melancholie in Musik verwandeln, wird der Abschied zur Liebeserklärung an das Leben.
Jan Plewka und Marco Schmedtje brauchen nicht viel, um ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen und einen ganzen Kosmos aus Emotionen zu entfalten: für gewöhnlich reichen Mikrofon und Gitarre. Wenn sie nun mit ihrem neuen Programm „Between the Lights“ am 8. Februar nach Kiel kommen, verspricht dies einr dieser Abende zu werden, die nicht bloß unterhalten, sondern die Seele berühren – und das bei einem Thema, das wir im Alltag nur zu gerne an den Rand drängen.
Jan Plewka, der charismatische Frontmann der Hamburger Band Selig, und der virtuose Gitarrist Marco Schmedtje sind weit mehr als nur musikalische Weggefährten. Ihre Verbindung gleicht einem jahrzehntelangen Gespräch, das niemals abreißt. Bereits Anfang der 2000er Jahre formten sie mit der Band Zinoba einen Sound, der sich durch eine fast schmerzhafte Ehrlichkeit auszeichnete. Doch es war vor allem ihre gemeinsame Verneigung vor Rio Reiser, mit der sie Musikgeschichte schrieben. „Jan Plewka singt Rio Reiser“ war kein bloßes Cover-Projekt; es war eine Wiederbelebung der anarchischen Energie von Ton Steine Scherben, transportiert in die Intimität eines Duos.
In den vergangenen Jahren begeisterten sie ihr Publikum mit den Programmen „Between the Bars“ und „Between the 80’s“. Wer dabei war, erinnert sich an die Intensität, mit der sie Welthits skelettierten und bis auf das emotionale Gerüst freilegten. Schmedtjes Gitarrenspiel ist dabei nie bloße Begleitung, sondern vielmehr eine Art Netz, das Plewkas wandlungsfähige Stimme auffängt und trägt.
Mit „Between the Lights“ wagen sich die beiden nun an das wohl schwierigste aller Themen: den Tod und das Abschiednehmen. Man mag sich fragen, warum man sich einen Abend lang mit der eigenen Endlichkeit konfrontieren sollte. Doch wer Plewka kennt, weiß, dass bei ihm selbst die dunkelste Melancholie immer einen Funken Hoffnung in sich trägt. Eine reine Trauerveranstaltung ist jedenfalls nicht zu erwarten.
Die Songauswahl liest sich wie ein Katalog der Popgeschichte, neu interpretiert durch die Brille zweier Männer, die das Leben in all seinen Facetten lieben. Klassiker wie „Killing me Softly“, „The End“ von The Doors oder „Wonderful Life“ von Black werden an diesem Abend in ein neues Licht gerückt – ein Spiel mit den Kontrasten: Mal in düsterem Moll, mal in lebensbejahendem Dur.
Die Wahl des Titels „Between the Lights“ suggeriert jenen schmalen Grat, auf dem wir uns alle bewegen – den Moment zwischen dem Verlöschen und dem neuen Leuchten. Es geht um die Zwischenräume, um das, was bleibt. Dass Plewka und Schmedtje dazu eine neue EP im Gepäck haben, lässt darauf hoffen, dass sie dem Thema auch ganz eigene, frische Töne abgewinnen.
In einer Welt, die immer schneller zu werden scheint und in der wir oft nur noch an der Oberfläche navigieren, verspricht ein Abend wie „Between the Lights“ fast schon ein therapeutisches Heilmittel zu werden. Es ist die Einladung, sich verletzlich zu zeigen. Wir sind hier, wir sind am Leben, und ja, es ist endlich – aber genau das macht es so kostbar.
Wer also Lust auf einen Abend hat, der weit über das übliche Konzertformat hinausgeht, der sollte sich dieses Gastspiel nicht entgehen lassen.
Los geht's am 8. Februar 2026 um 19:00 Uhr, Karten gibt es auf der Website des Theaters.