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Neues Aufenthalts- und Beratungsangebot in Gaarden

Kiel bündelt Hilfen für suchtkranke Menschen

  • Kiel bündelt Hilfen für suchtkranke Menschen
    (Bild: Adobe Stock / Photographee.eu)
13/07/2026 0 0

Die Landeshauptstadt Kiel hat in der ehemaligen Röntgenpraxis am Karlstal 32 in Gaarden ein neues Aufenthalts- und Beratungsangebot für Menschen mit Suchterkrankungen eingerichtet. Ziel des Projekts ist es, Hilfsangebote an einem zentralen Ort zu bündeln, den Zugang zu Beratung und Unterstützung zu erleichtern und gleichzeitig den öffentlichen Raum in Gaarden nachhaltig zu entlasten.

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In Gaarden halten sich seit längerer Zeit viele Menschen mit Suchterkrankungen im öffentlichen Raum auf. Straßenecken und Hinterhöfe dienen häufig als Aufenthaltsorte. Gleichzeitig fehlte bislang ein geeigneter Anlaufpunkt, der Beratung, Aufenthalt und niedrigschwellige Hilfen miteinander verbindet. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit Anwohner*innen und Gewerbetreibenden.

Um diese Situation zu verbessern, haben das Amt für Wohnen und Grundsicherung, das Amt für Gesundheit sowie das Amt für Soziale Dienste gemeinsam mit dem Dezernat für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport sowie den Trägern Flexwerk der KJSH, Drogenhilfe Ost und Kieler Anker ein neues Konzept entwickelt.

Oberbürgermeister Samet Yilmaz und Bürgermeister Gerwin Stöcken erklären: „Wir lassen die Menschen in Gaarden mit dieser Situation nicht allein – weder die Anwohner*innen noch die Menschen, die Hilfe brauchen. Unser Ziel ist klar: mehr Ordnung im öffentlichen Raum und gleichzeitig mehr Unterstützung für diejenigen, die aus eigener Kraft oft nicht aus ihrer Situation herausfinden. Beides gehört zusammen.“

Nach der Vorbereitung der ehemaligen Röntgenpraxis durch die städtische Immobilienwirtschaft und der Genehmigung der Nutzungsänderung durch die Bauordnungsbehörde kann das Angebot nun starten. Der geschützte Innenhof des Gebäudes wurde dafür mit Unterständen und Toiletten ausgestattet und bietet künftig einen zentralen Treffpunkt für die bislang im Stadtteil verteilte Straßenszene. Dort stehen nun Beratungs-, Aufenthalts- und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die beteiligten sozialen Träger verlegen einen Teil ihrer Beratungsarbeit an den neuen Standort und bieten montags bis freitags täglich bis zu vier Stunden Beratung und Begleitung an. Ergänzt wird das Angebot durch einen Sozialarbeiter, der zugleich die Funktion eines Concierges übernimmt, auf die Einhaltung der Hausordnung achtet und als Ansprechpartner für die Besucher*innen zur Verfügung steht.

Die Herausforderungen im öffentlichen Raum lassen sich dauerhaft nur gemeinsam lösen. Die Landeshauptstadt Kiel, andere Träger und die Polizei bringen ihre jeweiligen Stärken ein, um sowohl den betroffenen Menschen als auch den Anwohner*innen eine nachhaltige Verbesserung der Situation zu ermöglichen.

„Sicherheit entsteht dort, wo Ordnung und Hilfe Hand in Hand gehen. Mit dem neuen Angebot ist eine Anlaufhilfe geschaffen, die Menschen mit Suchterkrankungen Unterstützung bietet und gleichzeitig den öffentlichen Raum spürbar entlasten kann. Die Polizei wird diesen Ansatz gemeinsam mit der Landeshauptstadt Kiel und den sozialen Trägern konsequent begleiten“, so Polizeioberrat Carsten Ebsen, Leiter des Stabsbereiches 1 der Polizeidirektion Kiel.

Das Projekt ist zunächst als Modellversuch angelegt. Die Erfahrungen der kommenden Wochen und Monate werden fortlaufend ausgewertet, um das Angebot bei Bedarf an die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer*innen anzupassen. Die beteiligten Ämter und Einrichtungen werden gemeinsam mit den Sicherheitskräften die Entwicklung eng begleiten und regelmäßig gemeinsam bewerten.

Die Federführung für das Projekt liegt beim Amt für Soziale Dienste. Ein Projektbeirat wird die Umsetzung kontinuierlich begleiten und notwendige Anpassungen in enger Abstimmung mit dem Dezernat für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport vornehmen.


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