- Mit dem „Kieler Modell“ können Geburten künftig digital und ohne Papierkram beim Standesamt gemeldet werden – eine Entlastung für Eltern, Kliniken und Behörden. (Bild: Adobe Stock)
Die Geburt eines Kindes melden – bisher bedeutete das viel Papier und Bürokratie. In der Landeshauptstadt läuft dieser Prozess jetzt erstmals unter dem Namen „Kieler Modell“ komplett digital. Aber was genau bedeutet das?
Weniger Bürokratie zum Start ins Leben
Die Landeshauptstadt Kiel hat einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung der Verwaltung gemacht. Das Kieler Standesamt hat erstmals personenstandsrechtliche Geburtsanzeigen digital, maschinenlesbar und rechtssicher übermittelt. Damit wird ein Verfahren modernisiert, das in Deutschland seit fast 150 Jahren weitgehend papiergebunden abläuft.
Entwickelt wurde das sogenannte „Kieler Modell“ in enger Zusammenarbeit mit dem Städtischen Krankenhaus Kiel (SKK), dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sowie externen Dienstleister*innen. Ziel ist eine vollständig digitale Prozesskette für die Geburtsanzeige – von der Klinik bis zum Standesamt.
Digitale Abläufe statt Papierformularen
Für Familien bedeutet das vor allem eines: weniger Bürokratie nach der Geburt ihres Kindes. Urkunden können automatisch erstellt und zugestellt werden, ohne zusätzliche Wege zum Amt oder lange Wartezeiten.
Auch für Hebammen und Krankenhäuser bringt das Verfahren Vorteile. Sie werden von aufwendigen Papierprozessen entlastet und können die Geburtsanzeige digital übermitteln. Die Standesämter wiederum profitieren von einer schnelleren Prüfung und effizienteren Bearbeitung.
Jonas Dageförde, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung der Landeshauptstadt Kiel, sieht darin ein Beispiel für die Chancen moderner Verwaltung:
„Die digitale Geburtsanzeige zeigt, was Digitalisierung ermöglicht: Sie schenkt Menschen Zeit und macht den Service für alle Beteiligten spürbar besser.“
Interesse aus ganz Deutschland
Das Verfahren stößt bereits über die Stadtgrenzen hinaus auf großes Interesse. So hat das Klinikum Region Hannover das Modell bereits übernommen, weitere Einrichtungen haben ihr Interesse bekundet.
Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sieht darin ein starkes Signal:
„Die digitale Geburtsanzeige ‚made in Kiel‘ ist eine tolle Entlastung der Eltern von unnötiger Bürokratie.“
Neben dem praktischen Nutzen bringt die digitale Lösung auch wirtschaftliche Vorteile. Laut SKK-Geschäftsführerin Nicole Schröder spart der vollständige Verzicht auf Papier nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.
Damit zeigt das „Kieler Modell“, wie kommunale Digitalisierung funktionieren kann – praxistauglich, rechtssicher und mit Wirkung weit über die Stadt hinaus.