- Willkommen im Strick-Kino: Im Metro Kiel treffen sich Filmfans und Handarbeitsfreunde zum gemeinsamen Kinoabend. (Bild: falkemedia Regional )
- Mittendrin statt nur dabei: Unsere Kollegin Maya Schukies testet das Strick-Kino – Maschen zählen und Film hören inklusive. (Bild: falkemedia Regional )
Fast ein Jahr nach dem Start bleibt das Strick-Kino im Metro ein beliebtes Event. Doch diesmal blieb der Saal halb leer – unsere Kolleginnen Maya Schukies hat eine Idee wieso.
Der Abend beginnt schon vor dem ersten Trailer mit einem vertrauten Geräusch: leises Knistern von Stoffbeuteln, das Rascheln von Wolle, das metallische Klacken von Stricknadeln. Wer an diesem Abend das Metro-Kino betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um Filmkunst – hier geht es um Gemeinschaft. Und um Maschen.
Fast ein Jahr nachdem das Strick-Kino in Kiel zum ersten Mal für volle Reihen und staunende Gesichter sorgte, lebt der Trend weiter. Auch diesmal ist die Stimmung locker, fast schon wie bei einem Treffen unter Freund*innen. Nur eben mit Popcorn-Geruch und Kinoleinwand.
Unsere Kolleginnen Maya Schukies und Isabelle Sester waren vor Ort – und haben erlebt, wie sich das Metro für ein paar Stunden in einen kreativen Handarbeits-Club verwandelt.
Wolle trifft Leinwand
Veranstaltet wird das Strick-Kino von Wolle & Wunder, die den Abend nicht nur organisatorisch begleiten, sondern auch für kleine Highlights sorgen: Zu Beginn werden Goodie-Tüten mit Wolle verlost, es wird gelacht, gewunken, gerückt. Obwohl der Saal nicht voll ist, herrscht „ordentlich Halligalli“, wie Maya es beschreibt.
Mittendrin statt nur dabei: Unsere Kollegin Maya Schukies testet das Strick-Kino – Maschen zählen und Film hören inklusive. (Bild: falkemedia Regional )
Der Film des Abends: „Wuthering Heights“ – atmosphärisch, ruhig, intensiv. Für manche genau die richtige Wahl, für andere vielleicht etwas schwerer Stoff für einen gemeinschaftlichen Strickabend. Der Saal war an diesem Termin nicht komplett gefüllt, aber die Stimmung dennoch entspannt und lebendig.
Stricken klappt – irgendwie
Anders als bei einer klassischen Kinovorstellung bleibt beim Strick-Kino das Saallicht bewusst gedimmt an. Nur so lassen sich Maschen zählen und Muster erkennen. Die besondere Atmosphäre entsteht also nicht durch Dunkelheit, sondern durch das leise Zusammenspiel von Filmton und Nadelklappern. Für Maya war das Zusammenspiel aus Film und Handarbeit zunächst ungewohnt:
„Aufs Projekt gucken und zur Leinwand schauen hat noch nicht so geklappt. Aber durchs Zuhören bekommt man ja auch viel mit. Und dann legt man öfter kurze Pausen ein und guckt hoch zur Leinwand.“
Am Ende steht für viele ohnehin weniger die Filmkritik im Vordergrund als das Erlebnis selbst – gemeinsam kreativ sein und einen besonderen Kinoabend teilen.
Das nächste Strick-Kino: mit Timothée Chalamet
Und wer beim Filmgeschmack diesmal gezögert hat, bekommt schon den nächsten Grund, wiederzukommen: Beim nächsten Termin läuft „Marty Supreme“ – mit Timothée Chalamet in der Hauptrolle. Die Story: Ein Schuhverkäufer, der felsenfest davon überzeugt ist, Tischtennis-Weltmeister zu werden. Selbstbewusstsein trifft Realität – und genau das klingt nach einem Film, der das Strick-Kino-Publikum wieder stärker füllen könnte.